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Künstlerhof-Kuwalk

"Kunst (Ohne) Offen"2013 Ferienwohnung frei Gallerie

Künstlerhof-kuwalk

WINTERAUSSTELLUNG - Griechenland ist immer wieder eine Reise wert.

Sonnabend, den 6. Februar 2016 um 16.00 Uhr

Kleine Kuwalkade 2015

 

Ein ostdeutsches Künstlerleben: Götz Schallenberg in Schnepfenthal

Schnepfenthal (Landkreis Gotha). Die GutsMuths-Gedächtnishalle würdigt den Maler und Grafiker zum 70. Geburtstag. Sie präsentiert den Salzmannschüler als "geachtet und geächtet".





Der Maler, Grafiker und Bildhauer Götz Schallenberg in Waltershausen-Schnepfenthal vor zwei Bildern seines Triptychons "Kain und Abel" von 2009. In dem biblischen Brudermord entdeckte der Künstler vor sechs Jahren jüngste deutsch-deutsche Geschichte. Foto: Marco Kneise

Es scheint zunächst alles halbwegs glatt zu laufen. Der 14-jährige Götz Schallenberg, zum Zweck des Abiturerwerbs aus Luisenthal an die Salzmannschule nebst Internat gekommen, erhält dort 1959 das erstes Zeugnis: Es kündet vom Einser-Schüler; eine Zwei nur in Staatsbürgerkunde.
Drei Jahre später ist alles anders: "Götz hat in seinen schulischen Leistungen gegenüber den vergangenen Jahren stark nachgelassen", notiert der Klassenlehrer. Er vermerkt, in diesem Kontext, auch: "Seine ganze Liebe gehört der Malerei."
In jenem Schuljahr hatte Götz unter anderem ein kräftiges Gemälde geschaffen: Zwei dunkle Arme recken sich darauf empor, die Hände greifen in Stacheldraht, dahinter brennt es lichterloh. "Solidarität" heißt das Bild: ein Titel wie eine Schutzbehauptung. Der junge Schallenberg reflektierte, was 1961 hinter Eisenach geschah: Die innerdeutsche Grenze wurde aufgerüstet. Lehrern in Schnepfenthal erklärte er aber, er zeige hier den Freiheitskampf in Afrika.
Über ein halbes Jahrhundert später entsteht das Triptychon "Fall der Mauer". Die Acrylbilder mit Collagen von 2014 zeigen ein gelbes Männchen im Piktogrammstil. Es steht vor der Mauer, reißt sie dann ein, wird schließlich darunter begraben.

Schwiegersohn des Malers Otto Nagel
Das ist so ungefähr die Klammer, in der sich diese Ausstellung abspielt und das Künstlerleben, dem sie sich widmet. Der politisch denkende Maler und Grafiker Götz Schallenberg, soeben 70 Jahre alt geworden, artikuliert in Bildern gleichsam sein Hadern mit Aufstieg und Fall der DDR. Hier liegt sein Thema, nicht untypisch für solche Künstlerbiografien: So, wies war, schiens schwer erträglich. So, wies wurde, auch.
"Gestern in dieser Zeit", heißt diese Ausstellung treffend, die in der GutsMuths-Gedächtnishalle Schnepfenthal zu sehen ist, mit insgesamt über 40 Bildern. So hängt gleich neben der "Solidarität" das Triptychon "Christus wirft das Kreuz ab", ein Farbholzschnitt vom Oktober 1989. "Dinge hinter uns lassen, nach vorne schauen", so beschreibt Schallenberg seine Intention dabei. Es gelang ihm, in der Gesamtschau, wohl nicht ganz.
Die Vernissage geriet zum Klassentreffen, angeführt von Hans-Christian Piossek (Erfurt) und Wolfgang Möller (Wahlwinkel). Sie brachten die Retrospektive des Mitschülers an den gemeinsamen "Ausgangsort selbstständigen Denkens", so Piossek. Sie verließen ihn "voller Träume, Illusionen und Pläne", landeten hart im real existierenden Sozialismus.
Götz Schallenberg sowieso. Nach einem Jahr als Bühnenarbeiter am Landestheater Eisenach ging er zum Kunststudium nach Berlin. Dort heiratete er Sibylle Nagel, Tochter des Malers und Kommunisten Otto Nagel. Götz Schallenberg wurde 1973 Leiter des Otto-Nagel-Hauses, wo auch seine Frau arbeitete. Beide verließen es 1979 "aus Protest gegen die Kulturpolitik der DDR". Nach der Biermann-Affäre habe er es im System nicht mehr lange ausgehalten, so Schallenberg heute.

Unausgesprochenes Berufsverbot in der DDR
Es folgte: ein nie ausgesprochenes Arbeits- und Ausstellungsverbot. Wie systematisch es durchgesetzt wurde, erfuhr er erst nach 1990, aus seinen Stasi-Akten. Das Paar ließ sich auf einem einsamen Gehöft auf der Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg nieder.
"Geachtet und geächtet" nennt sich Schnepfenthals Ausstellung im Untertitel. Sie zeigt unter anderem mehrere Selbstporträts in Öl, auch die "Unbeantwortete Frage" von 1962: der junge Schallenberg blickt weit ins Ungewisse, die Hände nach oben gewendet, leer. Drei folgende Selbstbildnisse (1966, 1968, 1970) lassen ihn immer härter und finsterer blicken.
Das Triptychon à la Schallenberg aber dominiert: Geschichte(n) in drei Szenen. So zeigt er in starken Holzschnitten "Quo vadis" 1988 die Ausreise des Sohnes in den Westen; im ersten Bild sieht man Bruder und Schwester in tragischer Pose, als wären sie Orest und Elektra. Geschwister anderer Art malt Schallenberg 2009 in der Acryl-Reihe "Kain und Abel": im biblischen Brudermord sieht er junge deutsch-deutsche Geschichte, mit Sieger und Besiegtem.
Besiegt vom Finanzkapitalismus erlebt sich der Künstler selbst. Eine Geldanlage ruinierte ihn, weshalb er 2009 in einem eher schwachen Materialdruck aus dem Logo der Deutsche Bank ein Roulettespiel machte. Blickt Schallenberg auf sein Werk, glaubt er, Geschichte wiederhole sich. Motive bleiben, Kontexte ändern sich. Und er denkt: "Mal ich was Neues? Ich hab doch alles schon gemalt!"
Geöffnet bis zum 22. März: Dienstag 10-13, Mittwoch 13-17, Sonntag 14-17 Uhr.
Michael Helbing / 25.02.15 / TA



Geachtet und Geächtet – ein Künstlerleben - Götz Schallenberg zum 70. Geburtstag
     
Eigentlich sollte dieser Beitrag in „Neue Schnepfenthäler Nachrichten“ erscheinen, doch leider sind sie bisher ausgeblieben. Deshalb soll der Künstler und ehemalige Salzmanier Götz Schallenberg hier gewürdigt werden. Nach 1985 stellt Götz Schallenberg wieder in Schnepfenthal aus (s. Plakat).
Tief im brandenburgischen Land, zwischen Lübz im Norden, Parchim im Westen und Meyenburg im Osten gelegen, nur fünfzig Meter sind es bis zur Mecklenburgischen Grenze, befindet sich Kuwalk, ein bewohnter Gemeindeteil des Dorfes Jännersdorf. Hier in Kuwalk, zwischen Kiefernwäldern, endlosen Getreidefeldern, kopfsteingepflasterten Straßen und sandigen Feldwegen lebt auf einem abseits gelegenen Gehöft das Künstlerehepaar Götz und Sibylle Schallenberg. Hierher auf seinen Künstlerhof hat sich 1984 der ehemalige Salzmannschüler Götz Schallenberg mit seiner Frau Sibylle zurückgezogen und arbeitet als Maler, Grafiker und Bildhauer in seinem Atelier. Sibylle Schallenberg ist die Tochter des bekannten Malers Otto Nagel.
Wer noch den Salzmannschüler Götz Schallenberg kennt, wird verwundert fragen, warum wohl dieser kluge, lebensfrohe Junge in dieser Einöde gelandet sein mag und sein Talent nicht in den Metropolen der Kunst zur Geltung gebracht hat. Sowohl jüngere als auch ältere Schülergenerationen kennen Götz Schallenberg noch unter seinem von unserem Lateinlehrer Walter Schmiga verpassten Spitznamen „Robert“, von manchen der Kürze halber, auch einfach nur „Göscha“ genannt. Das junge aufstrebende Maler- und Dichtertalent ist Lehrern und Schülern in guter Erinnerung. So mancher verfügt noch heute über ein gemaltes Schmuckwerk von Göscha, „Palme, Meer und Sonnenuntergang“ auf einem Zuckersack, als bleibende Jugenderinnerung. Viel mehr in Erinnerung an unsere gemeinsame Salzmanier-Zeit geblieben sind mir allerdings unsere Gespräche über Kunst, über die gegenseitig vorgelesenen, selbstverfassten Gedichte, abends in seinem Internatszimmer bei heimlich auf einem Elektrokocher gebratener Wurst und den aus einem guten Versteck hervorgezauberten Bierflaschen. Wiederentdecken durfte ich 2014 sein Bild „Das Ende der Freiheit“ (1962 Öl auf Pappe), zwei Hände, die sich verzweifelt im Stacheldraht verkrampfen. Auch wenn die Hände ein wenig dunkelhäutig scheinen, so nimmt doch bereits damals der junge Künstler, der seine akademische Kunstausbildung ja noch vor sich hat, Stellung zum Bau der Mauer und dem Stacheldrahtzaun, der Deutschland von der Ostsee bis zum Thüringer Wald durchzog. In diesem Kontext sind auch sein Gedicht „Im Herzen Deutschlands“ und sein Bild „Unbeantwortete Frage“, beide aus dem Jahre 1962 zu verstehen. Der ratlose, junge Mann erhält keine Antwort auf die Frage warum „eine todbringende Furche deutsches Land teilt?“ Auch nicht darauf, warum es nicht gleich nach dem Abitur 1963 mit dem ersehnten Kunststudium weitergehen kann. In Eisenach verdingte er sich deshalb zeitweilig als Bühnenarbeiter am Theater. Künstlerisch nicht untätig, malte, zeichnete und dichtete Götz Schallenberg und hielt Kontakt zu ehemaligen Mitschülern gleichen Interesses. Während des Praktikums in der Gothaer Heinrich-Heine-Bibliothek (1964/1965) meines Leipziger Bibliothekars-studiums trafen wir uns in Gotha und Eisenach und aus dieser Zeit stammen auch zwei von Götz geschaffene Portraits (Öl und Rötel) des 22-jährigen Hans-Christian Piossek, wie auch Briefe und meine längst verschollenen Gedichte, die Götz getreulich aufgehoben und mir nun nach 50 Jahren zurückgeschenkt hat. Als Götz Schallenberg dann in den Jahren zwischen 1964 bis 1984 in Berlin wohnhaft war, das Studium der Geschichte und Kunsterziehung an der Humboldt-Universität absolvierte, das Staatsexamen ablegte, zunächst als Lehrer, dann als Grafiker, Kunstwissenschaftler, Publizist und Direktor des Otto-Nagel-Hauses Berlin tätig war, heiratete und eine Familie gründete, verlor sich leider unser Kontakt, der sich erst zum Jubiläumstreffen 1994 kurz, intensiv aber nach dem Treffen zum 50-jährigen Abitur 2013 wieder entwickelte. 1979 trat Götz Schallenberg vom Amt des Direktors des Otto-Nagel-Hauses aus Protest und im Widerspruch zur Kulturpolitik der SED und des Staates DDR zurück. Was folgte waren Austellungsverbot, Götz Schallenberg, seine Frau Sibylle und ihre drei Kinder wurden geschnitten, von der Staatssicherheit überwacht, ausgegrenzt und gesellschaftlich isoliert. Götz Schallenberg bekam als Künstler keine staatlichen Aufträge mehr und musste sich und seine Familie als frei schaffender Gebrauchsgrafiker wirtschaftlich versorgen. Das freiwillige Ende des Lebens im Widerspruch zum Kulturbetrieb der DDR zehrte nicht nur an der materiellen, sondern auch an der psychischen Existenz der Schallenbergs, die sich nicht allein von den alltäglichen Repressalien bedroht fühlten, sondern sie waren auch dem Würgegriff von Partei und Staat auf das Familienerbe von Otto und Wally Nagel ausgesetzt. Welche Möglichkeiten blieben da noch? Die Koffer packen und das Ausreiseangebot in den Westen annehmen oder sich in die Provinz aufs Land zurückziehen? Die Schallenbergs wählten die zweite Möglichkeit und damit auf den Abbruch nicht der völlige Zusammenbruch folgte, wagten sie einen Aufbruch, eine Neuausrichtung des Künstlerlebens am Rande der Prignitz. Zwischen den Mauern des Resthofes, 150 km von Berlin entfernt, entwickelt Götz Schallenberg seine Kunst weiter und verhielt sich auch hier nicht passiv. Er bleibt sich treu und behält seine kritische Außensicht. Was ihn in den Jahren der Repressionen durch die DDR-Kulturpolitik, was ihn in den Jahren des Aufbruchs zwischen 1984 und 1990 bewegte, was ihn unverwechselbar schon als jugendliche Künstlerpersönlichkeit ausmachte, er blieb ein politisch-kritisch denkender und handelnder Maler, Grafiker und Lyriker, der öffentlich Stellung nimmt. Davon konnten sich seine Malschüler aus Ost und West seiner nach 1990 auf Kuwalk errichteten privaten Malschule und können sich die Besucher seiner zahlreichen Ausstellungen, ob im gesamten Bundesgebiet, auf seinen Schiffsreisen in alle Welt oder alljährlich zur "Kuwalkade" auf seinem Künstlerhof überzeugen. Im Jahr 2014 entstand eine Triptychon-Variante als Collage zu seinem 1990 gleichnamig entstandenen Werk „Fall der Mauer“. Aufbegehren und Selbstbehauptung sprechen aus seiner 1983 entstandenen Papiercollage „Ich war, ich bin, ich werde sein“. Auch wenn Ikarus zu hoch flog und sich die Flügel verbrannte, seinem Sturz folgte das Auferstehen wie Phönix aus der Asche. So wie sich der Künstler Götz Schallenberg nicht beugen ließ und seiner Mission treu bleibt, die Herzen der Menschen mit seiner Kunst zu rühren und mit ihnen im Dialog zu bleiben. Wie Prometheus will er mit seinen Bildern das Feuer der Freiheit gedanklich immer wieder entfachen. „Wahrscheinlich besteht die Integrität dieser Kunst gerade darin, dass sie sich um Vorgaben und formale Pflichten einen Teufel schert, so wie der Museumsdirektor Schallenberg sich einen Teufel um seine Bequemlichkeit scherte, und sich einen Kunstwissenschaftler in der Entmündigung einfach nicht vorstellen konnte.“, schreibt ein anderer Kunstwissenschaftler über ihn. Die Integrität seiner Kunst erwächst für mich aus der Integrität seiner Persönlichkeit, der er von Jugend an treu geblieben ist.
Am 2. Februar 2015 wurde Götz Schallenberg 70 Jahre alt. Ausstellungen in Potsdam, Kuwalk und Waltershausen-Schnepfenthal ehren sein Schaffen und eine integre Künstlerpersönlichkeit. Ad multos annos! Gesundheit und noch viele Bilder, die mahnen und berühren wünschen wir ihm und uns. Herzlichen Glückwunsch lieber Freund und Salzmanier!
Hans-Christian Piossek  


Samstag, 21. Februar 2015, 11.00 Uhr –
Vernissage in der GutsMuths-Gedächtnishalle Schnepfenthal.
In einer Retrospektive stellt sich der Maler Götz Schallenberg vor:

„Gestern in dieser Zeit“
Malerei/Grafik/Texte

Götz Schallenberg zum 70. Geburtstag – Geachtet und Geächtet – ein Künstlerleben

21. 02. – 22. 03. 2015

Vorbereitet wurde Jubiläumsausstellung von Maler selbst mit Hilfe von Hans-Christian Piossek, Erfurt und Wolfgang Möller, Wahlwinkel – ehemalige Mitschüler Schallenbergs an der Salzmannschule Schnepfenthal.
Die Laudatio wird halten von Dr. Frank Lindner, Schnepfenthal.
Im Beisein von Falk Herrmann,
erster Stellvertreter des Bürgermeisters von Waltershausen Michael Brychcy.

Götz Schallenberg – ehemaliger „Salzmanier“, DDR-Künstler und Direktor des Otto-Nagel-Hauses Berlin. Seine Ehefrau Sibylle ist die Tochter von Otto Nagel. 1979 trat er vom Amt des Museumsdirektors zurück und erhielt Ausstellungsverbot.
Der Künstler lebt und arbeitet in der Abgeschiedenheit von Kuwalk, ein Gehöft bei Jännersdorf an der Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg. Dort zeige er 2014 eine ähnliche Präsentation aus Anlass 25 Jahre Mauerfall.


Im GutsMuths Sport- und Kunsthaus können weitere Präsentationen besichtigt werden, so zu GutsMuths und „seinem Rennsteiglauf“.

Am 12.2.2015 eröffneten wir eine andere Jubiläumsausstellung, ein Besuch lohnt sich jetzt doppelt!Die Medaillen von Paul Schack (*12.2.1925 – †30.5.2014)

Neue GutsMuths-Gedächtnishalle Schnepfenthal
Leinaer Weg 3, OT Schnepfenthal, D 99880 Waltershausen
www.gutsmuths-schnepfenthal.de
Tel. +49(0)3622/401391,
kamen.pawlow@stadt-waltershausen.de

Di. 10 – 13 Uhr, Mi. 13 – 17 Uhr, So. 14 – 17 Uhr



Kunst (ohne ) offen !!!

auf dem Künstlerhof Schallenberg zu Kuwalk
Kuwalk 1, 16945 Marienfließ
Ein Schritt, fünfzig Meter über die Grenze des Altkreises Parchim/Lübz, und schon ist man im brandenburgischen Kuwalk, dem alleinstehenden Künstlerhof Schallenberg. Nutzen sie also die Gelegenheit, zu Pfingsten, Sonnabend oder Sonntag von 10.00-12.00 Uhr oder ab 15.00 Uhr einen Ausflug weitweg nach Vietnam, auf die Insel Mauritius im Indischen Ozean, zu den Buchten des Jangtse-Kiang in China, oder nach Ägypten auf dem Sinai am Roten Meer zu machen. Viel gibt es dabei auf den Bildern von Götz Schallenberg zu erleben, zu verspüren, nachzuvollziehen oder anzuschauen. Die großformatigen Gemälde in Acryl auf Leinen entstanden allesamt in jüngster Zeit, also 2012 bis 2013 nach Reisen in alle Welt. Natürlich gibt es dazu auch vor Ort entstandeneStudien, Skizzen und Pastelle zu sehen.
Der heute 68- jahrige Künstler zeigt auch in seiner Kuwalk-Galerie ausgestellte Arbeiten, also Entwürfe, Vorlagen, Plakate, Illustrationen, Druckgrafiken u.a.m. aus seiner Zeit als Gebrauchsgrafiker und Designer. Selbstverständlich sind auch Kunstwerkealler Art zu bestaunen und käuflich zu erwerben.
Kuwalk ist per PKW über Redlin, Klein Pankow, Wilsen oder Wahlstorf zu erreichen.
Gallerie

KUNST ( OHNE ) OFFEN

15. Kuwalkade

„Hier fanden wir unseren Frieden“
Ehepaar Schallenberg feierte mit Freunden und zahlreichen Gäste die 15. und letzte Kuwalkade

KUWALK - Als hätte Petrus gewusst, dass am Samstag in Kuwalk (Amt Meyenburg) eine Traditionsveranstaltung der Prignitz ihr Ende fand: Pünktlich zum Start der letzten Kuwalkade um 15 Uhr verlieh er seinen Unmut mit stürmischem Wind, prasselndem Regen und gewitterlichem Himmelsgebrüll Ausdruck.

Aber schnell verzogen sich die dunklen Wolken, und mit den ersten Gitarrenklängen des plattdeutschen Sängers Mua Engel aus Goldberg kamen die Sonnenstrahlen wieder zum Vorschein. Denn auch für das Ehepaar Sybille und Götz Schallenberg war es am Samstag keineswegs ein Grund, traurig zu sein.

„Es hat uns in all den Jahren viel Spaß gemacht. Aber die Zeiten haben sich geändert, und auch wir sind in die Jahre gekommen. Es bedarf eines großen finanziellen und organisatorischen Aufwands, das Fest vorzubereiten. Vor allem wenn man nur zu zweit ist und auf Sponsoren angewiesen ist“, sagte Götz Schallenberg.

1985 war der damalige Museumsdirektor zusammen mit seiner Frau aus politischen Gründen von Berlin ins abgelegene Kuwalk gezogen. „Wir hatten damals die Wahl zwischen Westdeutschland und dem ländlichen Raum in Ostdeutschland. Für uns war schnell klar, dass wir uns lieber in die Einsamkeit zurückziehen. Und hier haben wir in den letzten Jahren auch unseren Frieden gefunden“, sagt Sybille Schallenberg.

Mit der Wende 1989 kam dann auch bald die kulturelle Revolution, und schnell entstand die Idee zur „Kuwalkade“. „Den Namen haben wir neu erschaffen. Es gibt ja die Olympiade und früher die Spartakiade. Wir haben dann einfach das „i“ weggelassen und schon hieß es Kuwalkade“, erzählt der 67-Jährige.

Musik und Kunst miteinander verschmelzen lassen, das hatte sich das Ehepaar von seinem Fest erhofft. „Es ist toll zu sehen, wie die Leute miteinander ins Gespräch kommen und der Funke allmählich überspringt. Uns war es immer wichtig, eine Veranstaltung mit Niveau auf die Beine zu stellen“, erklärt das Ehepaar. Und auch am Samstag sprang der Funke wieder über. Immer mehr Kunst- und Musikfans fanden sich auf dem Vierseitenhof ein. Zu sehen gab es neben Installationen, Fotos und Grafiken befreundeter Künstler sowie ehemaliger Schüler natürlich auch Zeichnungen und Gemälde von Götz Schallenberg.

Passend zum Motto der 15. Kuwalkade „Übern Zaun schau'n“ oder auf plattdeutsch „Öwern Tun kieken“ eröffnete der Künstler seine Ausstellung „Rund um Kuwalk“. „Wir wohnen hier in Brandenburg, aber auch sehr dicht an Mecklenburg-Vorpommern. Ich habe quasi beim Malen über den Zaun in diese beiden Regionen geschaut“, sagte er.

Aber Götz Schallenberg blickt nicht nur über den eigenen Zaun, sondern sogar über den Ozean. Daher finden sich in seinem Atelier auch zahlreiche Motive von Ländern, die das Ehepaar Schallenberg in den letzten 46 Jahren bereist hat.

Den Höhepunkt der 15. Kuwalkade bildete auch in diesem Jahr das Open-Air-Konzert zum Thema des Tages mit Warnfried Altmann und Partner sowie dem „Magdeburger Jazz-Trio“.

Mit der letzten Kuwalkade ist für die Schallenbergs aber noch lange nicht Schluss. „Wir werden im Jahr zwei Ausstellungen machen, eine im Februar und eine im August“, erklärt der Künstler und ergänzt: „Wir sind ja nicht aus der Welt. Ich bin schließlich Künstler, und so schnell bin ich nicht weg.“ (Von Anne Voß) (Quelle / http://www.maerkischeallgemeine.de)

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Abschied in wehmütiger Atmosphäre

Von: Horst Kamke

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Mua Engel sang plattdeutsche Lieder des Lyrikers Klaus Groth.

Götz Schallenberg steuert ruhigeres Fahrwasser an. Seit 14 Jahren hatten der Künstler und seine Frau Sibylle auf ihrem abgelegenen Künstlerhof im Rahmen des PrignitzSommers jeweils die "Kuwalkade" veranstaltet, ein multikulturelles Spektakel aus Gemäldeschau, Kunstaktionen und Konzerten. "Diesen Kraftakt möchte ich meiner angeschlagenen Gesundheit nicht mehr zumuten", erklärte Schallenberg seinem Besucherkreis aus Künstlerkollegen, Musikern und ehemaligen Malschülern, die das Vier-Seiten-Gehöft am Sonnabend bevölkerten. "Öwern Tun kieken - Übern Zaun schaun" hatte er seine 15. und letzte "Kuwalkade" überschrieben. Sein Künstlerhof liege zwar in Brandenburg, "aber die Grenze zu Mecklenburg ist nur 50 Meter weit weg". Er werde nun kürzer treten, verkündete Schallenberg. Die Konzerte sollen sich an den Wangeliner Garten verlagern. Festhalten wolle er jedoch daran, im Februar und im August eine Kunstausstellung zu organisieren.

Von Eckhard Ströder aus dem Emsland stammte die Installation, die den Innenhof dominierte. Ansonsten: Fotografien, Drucke, Radierungen, Gemälde. Darunter auch Werke aus der Nachbarschaft, vom Maler Dietmar Drenkhahn aus Darß oder vom Volkshochschulkurs aus Lübz. Als Überraschung präsentierte die 15. Kuwalkade Märchenbilder, die Grundschüler unter Schallenbergs Anleitung Ende der 60er Jahre gemalt hatten - große, farbenfrohe Formate, die in der DDR als äußerst kühn galten. Schallenberg stellte außerdem in seiner Werkstatt farbenfrohe Bilder von der jüngsten Reise nach Thailand und Vietnam aus. Seinen Malstil ordnet er dem Expressionismus zu. Deshalb wurde er in seinen Berliner Jahren wohl auch Vincent genannt, "obwohl ich noch beide Ohren habe", so der Maler.

Die musikalische Abteilung der 15. Kuwalkade war durch Mua Engel vertreten, einen Weggefährten Schallenbergs in der Zeit, als sich die DDR aufzulösen begann. Der Gitarrist der Goldberger Formation "Um Himmels willen" sang englische und vor allem plattdeutsche Lieder des Lyrikers Klaus Groth (1819 - 1899). Zum letzten Mal trat dann das Magdeburger Jazz-Trio in der Besetzung Ulrike Nocker (Gesang), Oliver Voigt (Klavier) und Warnfried Altmann (Saxophon) auf, der jetzt in Wangelin wohnt.

Die 15. Kuwalkade endete wehmütig in einer Atmosphäre, deren Zauber sich andere Veranstaltungsorte erst erarbeiten müssen. "Was hier von den Schallenbergs bislang auf die Beine gestellt wurde, konnte sich stets sehen und hören lassen", würdigte Bürgermeister Ralf Knacke das Engagement der Eheleute. Deshalb habe es in der Gemeindevertretung auch keinerlei Diskussion gegeben, als die Schallenbergs erstmals um einen kommunalen Zuschuss baten.

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Quelle / www.svz.de

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